Möbelstücke zeigen nach einigen Jahren des Gebrauchs Abnutzungserscheinungen an den Oberflächen und den Kanten. Manchmal passt aber auch das langweilige Weiß nicht mehr in die neue, peppig gestaltete Küche. Eine Neuanschaffung wäre zu teuer und außerdem waren die bisherigen Möbel auf Maß angefertigt worden. Was also tun, damit diese Möbel eine Renaissance erleben? Anstreichen kommt nicht infrage, denn damit ließen sich keine qualitativ hochwertigen Oberflächen erzielen. Farbspritzen gelingt nur bei ausreichender Routine und mit Profiwerkzeug.
Klebefolie für Möbel verhilft der langweiligen weißen Küche und anderen Möbelstücken, Fliesen, Türen und unzähligen anderen Oberflächen zu einem neuen Aussehen. Jeder ein wenig geübte Heimwerker kann sie selbst verarbeiten und das Ergebnis sind Oberflächen, die über viele Jahre hinweg wieder ohne jegliche Einschränkungen benutzbar sind.
Gibt es verschiedene Klebefolien für Möbel?
Das grundsätzliche System ist bei allen Klebefolien gleich. Sie bestehen aus einer selbstklebenden Folie und einem Trägerpapier, welches vor der Verklebung entfernt werden muss. Solche Klebefolien sind in unzählig vielen Farben oder Maserungen erhältlich und können auch mit designten Mustern gestaltet sein. Eine dritte Variante sind Klebefolien mit fühlbarer Oberflächenstruktur. Den Unterschied macht die Beschaffenheit der Folien.
- Einfache Folien müssen an Kanten und Umleimern geschnitten und passgenau überlappt werden.
- Polymere Folien sind dehnbar und werden kantenlos verklebt.
- Folien mit Luftkanälen erleichtern das Verkleben durch bessere Vermeidung der Blasenbildung.

Welche Klebeverfahren gibt es?
Für die Verarbeitung von Klebefolien für Möbel stehen zwei Verarbeitungsvarianten zur Auswahl:
- Trockenverklebung bei leicht aufgerauten Oberflächen
- Nassverklebung bei besonders glatten Flächen
Bei der Beklebung besonders dunkler oder gemusterter alter Oberflächen ist die vorherige Beklebung mit einer Grundierungsfolie sinnvoll.
Ein sauberer Untergrund ist die wichtigste Grundlage
Alle Oberflächen müssen vor der Verklebung mit Klebefolien gründlich entfettet und gereinigt werden. Wichtig ist außerdem die Beseitigung von Beschädigungen. Klebefolien passen sich bei der Verklebung genauestens dem Untergrund an. Jede Schramme wird deshalb unter der fertig verlebten Folie sichtbar und Abhilfe bringt nur ein erneuter Klebeversuch. Deshalb müssen vor der Verklebung alle Beschädigungen sorgfältig ausgespachtelt und geschliffen werden. Dieser Vorgang erfolgt in mehreren Arbeitsgängen, bis das Ergebnis einwandfrei ist.
Welche Werkzeuge werden benötigt?

neu flolierte Küche
Klebefolien für Möbel sind sehr strapazierfähig. Dennoch muss für die Verklebung ein Rakel mit einer einwandfreien Streichkante verwendet werden. Selbst kleine Unebenheiten werden später durch Striemen auf der Folie sichtbar.
Eine Heißluftpistole erleichtert das Abziehen, wenn die Folie beim Klebevorgang neu positioniert werden muss. Bei polymeren Folien indessen wird mit ihr die Folie erwärmt, damit sie dehnbar wird.
Eine Sprühflasche mit Wasser und einem Additiv dient der Benetzung der Folie.
Zum Abschneiden überstehender Folienreste wird ein scharfes Cuttermesser verwendet. Bei gebrauchten Messern sollten vor dem Schnitt circa zwei Segmente abgebrochen werden, damit eine saubere, scharfe Klinge zur Verfügung steht.
Wie erfolgt die Trockenverklebung?
Leicht aufgeraute Flächen werden trockenverklebt. Die mit leichtem Überstand zugeschnittene Folie wird nach dem Abziehen des Trägerpapiers aufgelegt und die Oberfläche leicht mit Wasser benetzt. Das schont die Folie, wenn sie mit dem Rakel glatt gestrichen wird. Die Verklebung erfolgt durch kreuzweise Striche mit dem Rakel von der Mitte zu den äußeren Rändern. Dabei werden alle Blasen und Falten sorgfältig ausgestrichen.
Der Unterschied bei der Nassverklebung
Die Nassverklebung auf glatten Flächen unterscheidet sich, indem der Untergrund ebenfalls mit einem Wasserfilm benetzt wird. Dadurch kann die Folie leichter korrigiert werden. Die vollständige Klebekraft und Belastbarkeit erreicht die Folie dabei jedoch erst nach 12 bis 24 Stunden, wenn der Wasserfilm verdunstet ist.
Kantenverklebung mit polymeren Folien
Bei einfachen Folien müssen die Kanten und Umleimer überlappend zugeschnitten werden. Polymere Folien haben den Vorteil, dass sie sich bei Erwärmung mit der Heißluftpistole dehnen und verformen lassen. Auf diese Weise ist eine nahtlose Verklebung an solchen Übergängen möglich.
Bei allen Verfahren werden die überstehenden Folienreste sauber mit dem Cuttermesser abgeschnitten.